- S’mores gegessen
- Rice Krispies gegessen
- Terabytes an kaputten Daten durchwühlt
- Geburtstag eines Drinks gefeiert
- im russischen Restaurant gewesen
- Sonnenbrand wegen eines Computerspiels bekommen
- den Tageshöchstsatz von Call-a-Bike bezahlt
- den Großbereich ausgenutzt
- in Hamburg im Garten gewesen
- glutenfreie Pasta gegessen
- ein Blogpost nur in Bulletpoints geschrieben
M30
M30 ist, so Wikipedia, “a cluster of stars”. Das finde ich ganz passend. “Stars in such close proximity will experience a high rate of interactions”, so Wikipedia weiter, und: “A process of mass segregation may have caused the central region to gain a greater proportion of higher mass stars, creating a color gradient with increasing blueness toward the middle of the cluster.” Ich denke, die leichte Farbungenauigkeit kann man Wikipedia hier verzeihen.
Am 1. Mai feierte ich meinen 30. Geburtstag im Le Lion mit etwa 50 Gästen in Abendgarderobe. Ich danke den Festlichen, den Herausragenden, den Pünktlichen und Überpünktlichen, den Spätgekommenen und den Seefahrern, den über 120 Gratulanten auf der Facebook-Wall, den vielen @Reply- und DM-Schreibern.
<3
Was wa(h)r (ist)
Gewesen
- Im Wald im Funkloch
- Im Saarland am Esstisch
- In Paris zwischen den Zügen
- In der Normandie am Strand
- In der Universität
- Elfeinhalb Stunden in Zügen
- Auf der next
- In der TheLiberate Bar
- In der Bar Bijou
- Im Park
- Drauf
- Drunter
- In der Mitte
Gelesen
- Confessions of a Pickup Artist Chaser — Lustig zu lesen, man erfährt aber mindestens so viel über die Sexualität von Clarisse Thorn wie über die PUA-Szene. Wer sich für Feminismus und BDSM interessiert und die PUA-Szene mal von außen beleuchtet haben möchte, sollte es lesen. Auf jeden Fall vor The Game lesen.
- The Game (direkt nach „Confessions …“) — Oh wow. Nichts gegen sozial schlecht kalibrierte Menschen, aber PUAs sind albern, Punkt. Nach der Lektüre dieses Buchs begann ich, alle sozialen Interaktionen analytisch zu bewerten. Kein schöner Ort.
- The Rapture of the Nerds — Großer Spaß. Inklusive Gender Dysphoria und Vogonen.
- Deutsch! Das Handbuch für attraktive Texte auf Empfehlung von Julian — Besser als erwartet, aber auch sehr preachy. Lesenswert, man sollte aber auswählen, welche Ratschläge man befolgen möchte. (Sollte man allerdings sowieso.)
- Thinking, fast and slow — Heuristiken und kognitive Verzerrungen, was könnte schiefgehen!
Gesagt
- „Ker-blam!“
- „Stell’ Dir einen Würfel vor.“
- „Hier sind zu viele Details. Überall.“
- „Bring Wolken mit!“
- „Deine Details sind okay. Ich mag Deine Details. Alle.“
- „Ich habe meine Unsicherheit überwunden.“
Getan
- Viel gelacht
- Viel geliebt
- Viele Endorphine ausgeschüttet (aktiv/passiv)
- Métro gefahren
- Unter Schranken durch gekrabbelt (erfolgreich)
- Fahraddieben nachgelaufen (erfolglos)
- Quasi nackt im Park gelegen
Gesehen
- Den Atlantik
- Große Schiffe
- Cheerleader
- Kleine Schiffe
- Vögel
- Clarisse Thorn
- Wolken
- Farben
- Regen
Gehabt
- Ersten Sonnenbrand des Jahres
- Nutella-Banane-Ei-Sushi
- Möhrchen
- Zweiten Sonnenbrand des Jahres
- Heiße Schokolade im warmen Berlin
- Ein Telefon ohne Kratzer (für zwei Tage)
- Geeisten Kaffee im kalten Hamburg
Nicht gehabt (aber fast)
- Pünktliche Züge
- Sex im Park
- Halluzinationen
- Frühstück bei PriMaria
House Tea
Man nehme eine gute Portion Ingwer, presse den Saft in ein Glas und gebe
dann einen großen Löffel Honig, eine Orangenscheibe und zwei
Viertelscheiben Zitrone hinzu. Schließlich steckt man einen Zweig Minze
ins Glas und übergießt das ganze mit heißem, nicht mehr kochendem
Wasser.


Wenn das Leben so schmeckt, hat man irgendetwas richtig gemacht.
Im rötlich-blauen Licht der untergehenden Abendsonne stehen wir an einer
Straße, während um uns die Kunstlichter der Stadt tanzen. Wir nehmen sie
nur wahr, wenn sie unsere Gesichter erhellen — mal mit warmen Tönen, mal
mit kalten, mal mit neutral-grellen Xenonlicht. Was uns gefällt im
Spektrum, behalten wir, der Rest wird reflektiert an verputzte
Hauswände, geparkte Autos, die schmutzigen Reste des Schnees, Bäume,
Kirchtürme, Werbetafeln. Wir schauen in die Welt und auf das Leben der
Anderen, und alles verwischt im Lichtermeer. Wenn wir nicht hinschauen,
bleibt die Welt stehen.
Walk with me down to the water’s edge / where the secrets lie and wait
Unser Weg führt zu den Sternen. Doch im Gasbogenlampenglühen der Städte
ist der Pfad für uns unsichtbar. Wir eilen durch das Grau, von
Lichtblick zu Lichtblick, und erfüllen uns mit vergänglicher Freude. Wir
nennen das „Leben“, und fühlen uns nichts dabei.
Nur ganz, ganz selten öffnen wir die Blende unserer Herzen weit genug,
um den schwachen Schein der Unendlichkeit wahrzunehmen. Dann ändert sich
alles. Dann sind wir getrieben, gezogen; treiben, ziehen, schieben die
Dinge an die richtigen Stellen, damit sie zum Glück führen können. Dann
schauen wir ins dunkle Herz des Orion und sehen dort nur noch Raum zum
Wachsen, zur Entfaltung, für Möglichkeiten, eine mögliche Zukunft. Aus
den Pfützen zu unseren Füßen werden Ozeane, die wir furchtlos
überqueren. Den Wind der Veränderung in den Segeln und immer eine
Handbreit Liebe unterm Kiel. Dann sind wir unzerbrechlich. Dann
hinterlassen wir Feuer, wo unsere Füße den Boden berühren, und Licht, wo
unser Blick hinfällt. Wir formen uns eine neue Welt, eine bessere Welt,
eine Welt, in der Glück wirklich und wahrhaftig ist und wir der
Dämmerung für immer davonlaufen können.
Heute Nacht werden wir intensiv empfinden. Der Mond wird uns zuschauen.
Und der Sonnenaufgang kommt ja erst.
Wenn wir nicht sind, bedeutet es nichts.
Fragmente III-XXIX
Riskier’ ich’s? — „Ich werd noch lange nicht aufstehen.“ — Du lebst in der Geschichte / aber die Geschichte lebt auch in Dir. — Pelzige Ostern! — Erschrick mich doch nicht so. — „Aufgrund starker Nachfrage sind keine freien Sitzplätze mehr vorhanden. Bitte wählen Sie eine alternative Verbindung.“ — Asymmetrische Leistungsregelung möglich. — I am occupied by cat! — Von einer, die auszog, um im Café in Kreuzberg zu schreiben. — Mission Rewe Ostbahnhof. — Büschn flüssig, dein Steak. — We met, not on a Sunday, but a sunny day alright. — crescendo!
Perfidie am Sonntag
Ich habe einen Haarföhn aufgehängt. Einfach so. An einen nicht unbedingt dafür, aber immerhin vorgesehenen Haken, ganz in der Nähe der Steckdose.
Aber das ist doch nicht perfide?
Richtig. Aber es ist gar nicht mein Föhn. Vielmehr gehört er meinem Cousin, der gerade zu Besuch ist.
So what, einen Föhn aus der einen Ecke des Badezimmers in die andere zu hängen, noch dazu näher an die Steckdose, das ist doch eigentlich ganz gut, vielleicht sogar nett, jedenfalls nicht perfide?
Okay. Zugegeben.
Das Perfide ist, dass niemand das hinterfragen wird. Er wird denken, seine Freundin habe den Föhn hingehängt. Sie wird denken, er habe es getan. Vielleicht wundern sich auch beide ein wenig, aber mal ehrlich, wer würde danach fragen? „Sag mal, hast du den Föhn aufgehängt?“
Eben.
Sonnenschein
Die Frühlingssonne sammelt all ihre transformative Macht und verwandelt die trostlose, graue, diesig-kalt verhangene Betonszenerie in eine trostlose, graue, von der Sonne beschienene Betonszenerie. Schon seit Anfang Februar kann man handgemachte Eiscreme kaufen, aber erst die zögerliche Märzsonne führt zur ordentlichen Schlangenbildung ab der Mittagszeit. Vor den undefinierten Büroklötzen sitzen die Menschen und versuchen, die frische Frühlingsluft durch Verbrennen stinkender Kräuterbündel zu kontern. Andere retten träge Hummeln von den Pflastersteinen, über die ein paar wenige Anzugträger eilen, dringlich und wichtig, aber was soll’s, wenn der Anzug nicht ordentlich sitzt?
Alles ist anders in diesem Licht. Schon die leichte Wärme auf der Haut genügt, und alle wenden ihre Gesichter mit einem seligen Lächeln zur Sonne.
Es ist eine absurde Gegend, eingerahmt von einem Gewerbegebiet, einer Kleingartensiedlung, einem anderen Gewerbegebiet, einem Rückhaltebecken und ein paar hohen Wohnhäusern. Und mitten drin diese Eismanufaktur mit Sonnengarten. Eine Parallelwelt, in der die Gesetze der Stadt nicht gelten. Hier sind die Dinge einfach, aber nicht einfach nur.
Wie die Sonne sich wieder hinter den Wolken versteckt, drängt es auch mich weg von diesem Ort, zurück in meine Welt. Jede Sekunde werde ich ein wenig durchscheinender, und bliebe ich zu lange, verschwände ich ganz. Selten war ein Bus so willkommen.
Morpheus
In meinen Venen fließt Sand. Ich diskutiere über den Totenfluss Acheron, der nur auf den Einfluss des Wehklagens wartet. Wir fließen, wir fließen, und am Ende steht das Feuer. Brennt, Flammen! Wir haben es verdient, wir haben es erwartet, es uns zurecht gelegt, nichts kann uns noch überraschen oder beeindrucken, wir sind abgebrüht und erkaltet, abgestumpft wie alte Silberbecher, matt wie ein beschlagener Spiegel, alles ist unklar, aber hey, kein Problem, wischt einmal drüber, nächstes Mal empfehle ich WD-40, ein Wundermittel auf Fischölbasis, damit beschlägt auch nichts mehr, technology, the beast, …
Es weht ein warmer Wind. Fast könnte man all den Druck vergessen, den Einfluss, die Formen, die Umrisse, die Kanäle, in die man gepresst, getrieben, gepfercht, gestoßen, gezwungen wird.
Lethe.
Wir ziehen den Stecker unserer Fragen und wagen es, zu fliegen, wider die Vernunft, auf den Schwingen des Jetzt, im Aufwind des Hier, alles ist unberechenbar, alles ist ein Farbenmeer, wir sind jetzt und hier, wir sind zukünftig, wir sind vergangen. Wir werden nicht stolpern, werden nicht fallen. Die Welt ist unser; Austern können die anderen haben.
Hier sind wir Gott und Ketzer, wir sind unsere eigene Religion, gehen auf, geben uns hin, stehen neben der Welt und fliegen über den Wolken, wachen nicht auf, Tagträumer, die wir sind. Alles tanzt, versinkt dann im Un-sein, Atlas winkt ab, die Welt fällt zu Boden, es ist vorbei, die Komödie endet. Applaudiert, Freunde!
Dann ertrinken wir im Rubinrot der untergehenden Sonne, enden mit dem Tag.
Ich werde auf Dich warten, und Du wirst mich an meinen Dornen erkennen.
Dream again
Ich besitze jetzt zwei Tiki-Mugs mehr als noch vor zwölf Stunden. Außerdem kann ich nun zwölf Eiswürfel mehr machen als gestern, und größer sind sie außerdem.
So hat sie mich also doch noch erwischt, die Grippe. Letztes Jahr habe ich ihr ins Gesicht gelacht, mein Immunsystem trug Hosenträger und ließ lässig Totschläger über die Schulter baumen, na kommt nur her, ihr Viren, wir sind vorbereitet. Dies Jahr habe ich wohl zur falschen Zeit zu viele Carbs gegessen und zu wenig Bacon. Oder ich hatte nicht ausreichend positiven Stress, das kann ja mal passieren, n’est-ce pas?
Jetzt sitze ich also eine Woche zuhause, niese und huste, fühle mich mehr oder minder schlecht, aber immerhin, nicht die tödliche Männergrippe. Nur gerade nervig genug, um nicht produktiv arbeiten zu können. Aber auch wieder nicht nervig genug, um nicht wenigstens der leichten Unterhaltung zu fröhnen.
Und so sitze ich hier, nippe an Tränen, die aus der Entfernung geboren sind, und denke in die Ferne. Für Erregung bin ich heute nicht mehr zu haben, Genuss muss reichen, davon dafür aber um so mehr.
Von allem viel, und nur das Beste. Mehr will ich ja gar nicht. Ich bin genügsam.
I only want your love.
Sie singt leise vor sich hin, gelegentlich isst sie ein kleines Stück vom Kuchen, zwischen den Liedern nippt sie an der heißen Schokolade, Schrödinger streichelt seine Katze und der thermodynamische Zeitpfeil marschiert unbeirrt voran. Alles ist gut, alles ist okay, es ist nur Entfernung, im Großen und Ganzen ist es komplett irrelevant, diese Zweieinhalbdimensionalität des Ist, der Venusmensch, hinter Schwefelsäureregen verborgen.
Weniger als 300km sind es, Elon Musk würde in seine Weste kichern, Deep Space sieht anders aus, und der Drache fliegt ins All.
Eine Ente tanzt Disco und beklagt sich über die Neuzeit. Jemand kämpft mit dem Gesetz, und bezwingt es, aber im Geheimen. Der Wind weht, der Wind glüht, und alles ist tödlich. So sind die Menschen nunmal.
War es ein Sieg? War es eine Niederlage? Alleine werden wir es nicht herausfinden.
Rewrite the old book
And dream again(Deine Lakaien – Kiss The Future)
Schmutzumschlag
„Ich weiß nicht mal, ob der Tag trübe ist“, schreibt er ihr und blinzelt in das immergleiche Leuchtstoffröhrenlicht. „Aber die Sonnenblenden sind runter gefahren, ich vermute mal, es ist draußen schön.“
Ein Tag wie im Schutzumschlag, wie im Schmutzumschlag, grau und trübe.
Ein sonniger Tag, eingeläutet von dicken Schneeflocken, die langsam fielen. Aber der schöne Tag ist draußen, hinter Sicherheitsglas in Fenstern, die man nicht kippen oder öffnen kann, hinter automatischem Sonnenschutz, die Arbeitsschutzrichtlinien, Sie verstehen.
Er schaut sich auf Google Maps den Fußweg zur Ostsee an. Knapp Hundert Kilometer, zwanzig Stunden wären es, sagt der Algorithmus, wenn man ohne Pause marschiert.
Er geht zum Fenster und teilt die Lamellen des Sonnenschutzes mit den Fingern, blinzelt in die Sonne. Die Eisdiele hat wieder geöffnet, Eis ab Februar, egal was das Wetter sagt, er mag das.
Dann geht er zu seinem Arbeitsplatz, klappt den Laptop zu, packt die wichtigsten Dinge in den Rucksack, nimmt sich noch ein Stück dunkle Schokolade, die Treppe nach unten, quer über den Parkplatz, ein Schokoladeneis zum Mitnehmen, in der Waffel, weiter die Straße runter, links in die Kleingartensiedlung, und dann weiter.
Immer geradeaus.
He said, ‘Young man pay heed, you listen well to what I say,
Now there comes a time for a man to walk away.’(Bad Religion – Walk Away)