Was fehlt: Chrome Shell

Eine Application Shell ähnlich XULrunner oder AIR, aber auf Chromium basierend: Der Browser kann ja jetzt schon Application Shortcuts. Diese werden allerdings noch in einem Chromium-Fenster dargestellt und teilen sich die Datastores mit anderen Webapps.

Nur ein kleiner Schritt wäre es davon zu einer Flex-ähnlichen Umgebung. Mit Google Gears bzw. den offenen LocalStorage APIs kann man schon sehr viel erreichen, z.B. einen vollwertigen Twitterclient als “Offline”-Gears-App bauen. Erweitert man die APIs um Dateizugriffe u.ä. und baut eine kleine Abstraktionsschicht ein – à la AIR – könnte man bald Anwendungen in HTML + JS schreiben. Die Hürde zur Anwendungsentwicklung würde nochmal ein Stück fallen.

Könnte das mal jemand…?

Oracle kauft Sun für 7,4 Milliarden US-$, wird zum Systemhaus

Sofern der Deal von den üblichen Kontrollinstanzen genehmigt wird, wird Oracle Corp. die Sun Microsystems für $9.50 pro Aktie, also knapp 7,4 Milliarden US-Dollar (in cash) übernehmen.

Damit bekommt Oracle nicht nur den “Rest von” MySQL (InnoDB und Sleepycat gehörten schon Oracle), sondern eben auch Java, Suns Hardwaregeschäft – große “Big Iron” Server – und Solaris. Aus dem Hardware- bzw. Systemhaus Sun und dem Softwarehaus Oracle wird ein kompletter Systemintegrator, der alle Aspekte von großen (vornehmlich, aber nicht nur Datenbank-)Servern abdecken kann. Oracle wird vertikal.

Die Folgen der Übernahme kann ich noch nicht absehen – es bleibt abzuwarten, wie Oracle v.a. im Open Source-Bereich agiert. Interessant wird das Konstrukt jedoch allemal.

Mehr zum Thema (2009-04-21 09:00): Kristian Köhntopp (arbeitet für MySQL), Michael “Monty” Widenius (MySQL-Gründer), Netzwertig, Om Malik / GigaOm, CNET

Noch mehr zum Thema von Tim Bray.

Do you Hacken?

Hier auf dem BarCamp Ruhr 2 gab es endlich Poken, der (nicht mehr ganz so) neue Visitenkarten- und Soziale-Kontakte-Ersatz aus der Schweiz. Als Early Adopter haben wir sie auch gleich mal ordentlich genutzt, und dann angefangen, sie zu hacken.

Kurz zur Funktion der Pokens: Ein Poken ist ein RFID/USB-Gerät. Hält man zwei Poken aneinander, wird (magnetisch?) ein RFID-Handshake ausgelöst, wobei die Poken-IDs ausgetauscht werden. Anschließend steckt man sein Poken an einen Rechner und ruft eine HTML-Seite auf, die auf die Poken-Webseite umleitet und Daten in der URL übergibt. Durch Tastendruck kann man außerdem einen “Discreet Mode” aktivieren, wodurch der Gegenüber keine persönlichen Daten erhält, bevor man sie explizit freigegeben hat. Auf einen Poken passen 64 Begegnungen, danach beginnt er, die ersten wieder zu überschreiben. Ich bin nicht sicher, was geschieht, wenn man Begegnungen schon übertragen hat, aber dann die 64 voll macht.

Erste Erkenntnisse:

  • Die Verschlüsselung benutzt Blockgrößen von maximal 8 Byte (64 bit). “State of the art encryption” ist also etwas übertrieben.
  • Nicht verschlüsselt sind die Poken IDs, weder die eigene noch die der Begegnungen.
  • Jede Begegnung hinterlässt einen 16-Byte-Eintrag in der HTML-Datei
  • Mehrfache Begegnungen werden auch mehrfach eingetragen
  • Poken IDs haben 4 Byte
  • Der Ghost Mode / Discreet Mode setzt lediglich ein Flag
  • In der Begegnung ist ein Timestamp enthalten (3 Byte)
  • Die restlichen drei Byte sehen zufällig aus (Checksumme?)

Scotty wies mich dann darauf hin, dass Didier Stevens in seinem “Poken Peek“-Artikel einiges davon schon beschrieben hat. Na gut, hatten wir halt Spaß beim Hacken.

Mehr morgen.

Update: Kathrin hat natürlich völlig Recht. Meine Formulierung war irreführend: Es ist Absicht, dass mehrfache Begegnungen geloggt werden, damit man eine Social Timeline bauen kann.

Update: Der Timestamp hat nur 3 Byte. Danke, Didier.

Protecting your tweets is NOT meaningless

Chris Charabaruk writes in his blog:

Do you protect your updates on Twitter? Well, don’t bother. Thanks to the magic that is Twitter Search, the whole world can see what you tweet with little trouble, whether you protect your tweets or not.

Er, no.

When and while your account is unprotected, all tweets you post go out into the search index of Twitter Search, Google, and into FriendFeed at least. When you protect your account, these don’t get deleted – what’s out is out, there is no way to take it back.

Tweets sent while your account is protected will not be indexed in twitter search, they will not be visible to Google, and AFAIK they won’t be sent to FriendFeed either.

Keep in mind that if you unprotect your account later, all your tweets can potentially be indexed. Twitter Search does not currently do this, they only index new tweets. Google doesn’t normally crawl far back. But still, keep in mind it’s possible.

Unless you have a reproducible bug – which you should then report to Twitter, please – don’t make huge claims.

My Mac mini ’09 Experience (Part 1)

Da war sie also endlich, die Entscheidung. Mein erster Mac. Es wird ein Mac mini 09. iPhone-Entwicklung ist ja leider auf Nicht-Apple-Plattformen unmöglich. Ich beiße also in den sauren, haha: Apfel.

Bestellt am Montag bei Cyberport, inklusive 4GB-RAM-Upgrade und Einbau.

Geliefert am Mittwoch früh, inklusive 4 GB RAM, aber ohne Einbau. Dafür wenigstens auch ohne Ausbau der enthaltenen 1GB.

Beim ersten Start hängt der Registrierungsprozess an der Stelle, wo Apple mir MobileMe schmackhaft machen will. Der Dialog ist ungestyled, das Script funktioniert nicht, entsprechend sind und bleiben die Buttons ausgegraut und ich kann weder vor noch zurück. Taskmanager bzw. Force Quit gibt es an dieser Stelle noch nicht. Reset-Knopf hat der Mini natürlich ebenfalls keinen. Also hartes Ausschalten durch mehrsekündiges Halten des An-Aus-Schalters.

Beim nächsten Start bin ich in meinen Useraccount eingeloggt, ohne mein Passwort eingegeben zu haben, und die Willkommen/Registrierungs-Sache ist durch. Keine Ahnung, ob mir da jetzt was fehlt.

Ich rufe bei Cyberport an. Nach einem kurzen Sprachmenü entschuldigt man sich mehrfach, bietet mir entweder Retoure, Einbau, und Rück-Rücksendung oder Rückgabe des RAMs und Erstattung des Kaufpreises an. Da es 4GB RAM inkl. Einbau wohl nirgends sonst so günstig gibt wie bei Cyberport, und ich auch eigentlich keine Zeit habe, zu GRAVIS zu fahren (oder auf den Apple Store Hamburg zu warten), läuft es auf ein Hin-und-her hinaus.

Der RMA-Aufkleber soll morgen schon da sein. Wenn alles gut läuft, habe ich nächste Woche den Mini schon wieder, dann mit ordentlich RAM. Jetzt schaue ich erst einmal Mac OS X bei der Neuinstallation zu. Schließlich will ich den Registrierungsprozess komplett sehen.

Das ist also diese Mac User Experience, von der alle reden.

Update 2009-03-12: Der Retourenaufkleber ist da. Ich zelebriere die Mac-Reboxing-Experience verpacke den Mac, lege die Unterlagen und den RAM bei, und warte auf DHL. Währenddessen hat mich die Apple-Brainslug schon auf “Es ist gar nicht alles schlecht am Mac” runtergehandelt.

Kaoss! Kaossilator!

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KORG Kaoss Kaossilator
~150€
KORG pad Kontrol
~200€
KORG Kaoss Pad 3 (KP3)
~400€

Wow, großer Spaß. Von links nach rechts: Der KORG Kaossilator ist ein Phrase Synthesizer mit TouchPad. Was man damit machen kann, erklärt YouTube besser als Worte. Exemplarisch sei das Video von ThinkGeek genannt. Leider kann der Kaossilator nur “fertige” Töne analog ausgeben, keinen MIDI-Datenstrom.

Der KORG padKONTROL ist ein MIDI-Pad-Controller. 16 Pads, unheimlich viele toll klingende Features, die ich mir nicht merken kann, die aber in den Demo-Videos total wichtig aussehen. Und ein XY-Pad (Touchpad) ist auch drin. Dafür ist es aber selbst kein Sampler, sondern “nur” ein MIDI-Gerät.

Im Kaoss Pad 3 (KP-3) ist dann schließlich Synthesizer und Effektgerät vereint. Auch hier gibt es ein sehr anschauliches Video, das den KP-3 im Zusammenspiel mit dem Kaossilator zeigt. Der Kaoss Pad sollte aber, soweit ich das verstanden habe, auch selbst wie ein Kaossilator benutzt werden können, dabei aber auch MIDI-Daten senden. (Wenn das jemand bestätigen oder korrigieren könnte, wäre klasse.)

Need I say: habenwill?

Vereinfachte Qype Suche

Nachdem ich mich heute mal wieder geärgert habe, dass die Qype-Suche aus zwei Eingabefeldern besteht und daher bei Firefox weder sinnvoll als Keyword noch als Suchmaschine eingebunden werden kann, habe ich mich beschlossen, einfach selbst Abhilfe zu schaffen.

Das Resultat, den Qype Single Input Search Proof of Concept, findet ihr unter http://qype.moeffju.net/. Eine Mobile-Version gibt es auch. Jetzt könnt ihr in ein einzelnes, großes Eingabefeld Dinge eingeben wie “Bars in Berlin“, “Hotel in Hamburg“, “Portugiesische Restaurants nahe Hamburg, Schulterblatt” oder “Currywurst Berlin Potsdamer Platz“. Außerdem könnt ihr für das Eingabefeld ein Keyword hinzufügen oder gleich das ganze als OpenSearch-Suchmaschine in Firefox, IE7, usw.

Viel Spaß damit. Bei Problemen einfach kommentieren, aber bitte erwartet keine Magie von dem Parser. Mein Standpunkt ist, dass die Leute sich an einfache Syntax halten können, wenn sie einen Mehrwert davon haben.

1&1 ohne 0900 erreichen

Seit ein paar Wochen verliert einer meiner Server gelegentlich die Netzwerkverbindung. In den Logs findet sich nichts, weshalb ich von einem Hardwareproblem ausgehe – entweder das Kabel ist kaputt oder sitzt nicht richtig, oder der Netzwerkchip verabschiedet sich. Leider musste ich dann feststellen, dass 1&1, wo dieser Server steht, mittlerweile nicht mehr per E-Mail oder gar die alte 01805-Nummer erreichbar sind, sondern jetzt nur noch über die 0900-1000-181, also eine frei tarifierbare 0900er-Nummer. Die Geschäftsanschlüsse sind natürlich alle für 0900 gesperrt, und vom Handy möchte ich sie auch lieber nicht anrufen.

Googlen und Crowdsourcing haben leider keine funktionierenden Tips hervorgebracht (dennoch vielen Dank für die Hinweise), außer an info@1und1.de zu mailen und zu hoffen, dass die das weiterleiten. Da ich irgendwo in den Tiefen der Webseite aber schon eine spezifischere Support-Adresse gefunden habe und darauf nach einer Woche keine Antwort kam, hab ich das gar nicht erst versucht.

Aber! Noch mehr googlen führte zu der 02602-96-0, was die Festnetz-Hauptrufnummer der 1&1 Internet AG ist. Und dort kriegt man dann nicht etwa einen Front Desk oder Zerberus an den Apparat, sondern das selbe Sprachmenü wie bei der 0900er-Nummer. Und wenn man dann bei der ersten Abfrage still ist, dann die Kundennummer eingibt und bestätigt, und dann “Technik” sagt, landet man beim Support. In meinem Fall direkt beim Rootserver-Support. Gloria! Viktoria!

Jetzt muss der Support nur noch das Kabel tauschen und das Problem damit behoben sein. Auf einen Mainboardtausch habe ich wenig Lust…

Handyporto – einfach, schnell, überall, teuer

Sicher kennen Sie das: Der Brief ist geschrieben, man steht am Postkasten, alles perfekt, nur die Marke fehlt. Was tun?

Sicher kenn ich das. Damals, als ich noch Briefe geschrieben habe, wäre meine Antwort entweder “Tja, hättste mal mitgedacht” gewesen oder “bei den Brieflaufzeiten kann ich auch morgen in Ruhe ne Marke kaufen”. Heutzutage schreib ich halt keine Briefe mehr.

Die Antwort der Deutschen Post hingegen ist:

Ganz einfach! Ihr Porto selbst schreiben! Ob am Strand, im Café oder in der Wildnis.

Na gut, ich hatte jetzt am Strand oder in der Wildnis noch nicht das Bedürfnis, unbedingt sofort einen Brief frankieren zu müssen – ganz zu Schweigen davon, dass es in der Wildnis auch nur vereinzelt Briefkästen gibt – aber wenn, dann könnte ich das jetzt via Handyporto tun. Innerhalb Deutschlands jedenfalls.

Dazu schickt man einfach “Brief” oder “Karte” per SMS an die 22122. Momentan werden T-Mobile und Vodafone unterstützt, ab Oktober kommt E-Plus dazu, nächstes Jahr O2. Das Porto ist deutlich höher als normal: Ein Brief schlägt mit 95 Cent zu Buche, eine Postkarte kostet 85 Cent. Dazu kommen die Kosten für die SMS. Die Abrechnung erfolgt wie bei anderen Premiumdiensten auch über die Mobilfunkrechnung. Außerdem kann man Handyporto nur für Standardbriefe und Postkarten nutzen.

Die 12-stellige Nummer, die man als Antwort erhält, schreibt man dann einfach auf den Brief/die Postkarte und wirft sie ein. Logistisch kann das nicht sehr effizient sein, weil irgendjemand die Nummern ja abtippen bzw. überprüfen muss. Ob die OCR da zuverlässig genug ist?

Für mich klingt das ganze eher nach Spielerei, unnötigem Schnickschnack, den eigentlich niemand so richtig braucht. Allerdings scheint die Post so überzeugt von der Idee, dass sie sie sogar von 365womcom testen und bewerben lassen.

Was meint ihr denn zu der Handyporto-Idee?