Carsharing 2.0

Bisher gab es Carsharing nur mit Stationen und mehr oder weniger umständlicher Buchung. Ob Cambio-Car, GreenWheels, Flinkster oder wie sie alle heißen, war das Prinzip so, dass man telefonisch oder im Web ein Auto für einen gewissen Zeitraum buchen konnte, es dann an einer bestimmten Stelle abholen konnte und auch wieder dorthin zurück bringen musste.

Seit ein paar Monaten jedoch gibt es in einigen deutschen Städten Carsharing einer anderen Art. Car2go von Daimler und Europcar startete nach dem Pilotbetrieb in Ulm und Austin im März 2011 auch in Hamburg und im Mai 2012 in Berlin. In Berlin treten sie gegen DriveNow an, das von BMW gemeinsam mit Sixt betrieben wird.


Car2go zeigt sich utilitaristisch, ökonomisch, ökologisch. Kleine Smarts, kleiner Motor, tiefe Schaltlöcher, Fahrten über 20km kosten mehr. Worauf das abzielt, ist klar: Das Auto für kleine Stadtfahrten, vielleicht zum Einkaufen oder ein Paket von der Post abholen, eher nicht aus Freude am Fahren. Car2go ist praktisch und insofern nur emotional, wenn man sich daran erfreut, wie sehr man der Umwelt gerade nutzt, weil man behutsam beschleunigt und abbremst und sonst beständig und vorausschauend fährt. In Hamburg findet man etwa 500, in Berlin rund 1000 car2go-Fahrzeuge.


DriveNow hingegen hat eine Flotte von Sportwagen nach Berlin gebracht, die zwar nur aus halb so vielen Fahrzeugen besteht wie die von car2go, dafür aber etwa fünfzigmal so viele PS hat. Die Autos – 1er BMWs, Mini Cooper, Mini Clubman und Mini Cabrio – sind weder besonders klein noch besonders niedrig im Verbrauch. Statt den Kunden zu einem vorausschauenden, sparsamen und, ja nun, langweiligen Fahrstil zu bewegen, gibt man ihnen hier Autos mit Ledersitzen, ordentlicher Innenausstattung, und (im Fall der Minis) einem prominenten Tacho, der bis 260km/h reicht.

Direkt zu:

car2go

Anmeldung

Bei car2go Hamburg kann man sich entweder online voranmelden und dann in einem von sieben Shops in Hamburg einen RFID-Sticker (“car2go-Siegel”) abholen, oder sich direkt im Shop anmelden und sein Siegel mitnehmen. Das kostete 29€ und kostet jetzt nur noch 19€, wenn nicht grade eine Rabattaktion läuft. Die Terminals in den car2go-Shops sind höchst vandalensicher, obwohl sie in geschützten Ladengeschäften untergebracht sind. Das macht das Tippen und die Mauseingabe dank Folientastatur extrem mühsam, und es gibt leider kein separates Web-Frontend für die Terminals, was diesem Umstand Rechnung trüge. Man klickt sich durch die selben Dialoge wie bei der Anmeldung zu Hause. Ich empfehle daher dringend die Voranmeldung am eigenen Rechner. Das car2go-Siegel bekommt man dann gegen Vorlage von Personalausweis und Führerschein, es handelt sich um einen kleinen RFID-Aufkleber, der auf den Führerschein geklebt wird.

Die Anmeldung bei car2go Berlin läuft ähnlich, außer dass es nur 9,90€ kostet, es nur einen Shop gibt und man in Berlin eine RFID-Karte statt eines Aufklebers bekommt. Wenn man aber sowohl in Hamburg als auch Berlin car2go nutzen möchte, nimmt der Wahnsinn seinen Lauf. Car2go in Berlin und car2go in Hamburg sind, obwohl über die gleiche URL erreichbar und in gleicher CI gekleidet, verschiedene Unternehmen. Wer Kunde von car2go Hamburg ist, ist nicht automatisch auch Kunde von car2go Berlin, und umgekehrt. Gleichzeitig teilen sich die beiden Unternehmen aber die Datenbank im Web-Backend, so dass man auch nicht den gleichen Nutzernamen für Hamburg und Berlin verwenden kann. Für die Anmeldung in den beiden Städten benötigt man weiter zwei verschiedene E-Mail-Adressen (hat fast jeder), zwei verschiedene Handynummern (haben manche), und – jetzt kommt’s – zwei verschiedene Führerscheinnummern (haben wohl nur Geheimagenten und Mafiabosse). Schier irre, auch wenn der Support auf mehrfache Nachfrage mit Workarounds rausrückt, z.B. das Anhängen einer Null an die Führerscheinnummer. Trotzdem ist es unglaublich umständlich. Zum 1. Juni soll sich das ganze übrigens ändern, dann wird car2go Hamburg in die car2go Deutschland überführt. Ich bin schon sehr gespannt, was dann mit den doppelten Nutzern geschieht.

Was mir bei der car2go-Anmeldung noch sauer aufgestoßen ist: Man muss einerseits ein komplexes Passwort eingeben, das außerdem eine Mindestlänge von 8 Zeichen hat, andererseits kann man aber keine Sicherheitsfrage auswählen und die vorgegebenen Fragen von car2go sind durchweg von einem mäßig motivierten Angreifer in kurzer Zeit herauszufinden. Außerdem müssen Benutzernamen ebenfalls mindestens 8 Zeichen lang sein, einige Leute werden sich also speziell für car2go einen neuen Benutzernamen merken müssen.

Um diese Anmeldeprobleme zu lösen und Antwort auf diverse Tweets zu bekommen, musste ich teilweise mehrere Tage warten bzw. den Pressesprecher von car2go auf der re:publica ’12 direkt ansprechen. Siehe auch Service.

Benutzung

Um ein car2go-Fahrzeug zu finden, kann man entweder das Web-Frontend benutzen oder eine der Smartphone-Apps. Dabei gibt es nur für iPhone eine offizielle Anwendung, Nutzer anderer Systeme müssen mit Drittanbieter-Lösungen vorlieb nehmen, die die car2go-API nutzen. Das Angebot ist durchwachsen; die offizielle iPhone-App ist visuell etwas überdesigned, aber dafür nicht besonders nutzerfreundlich. Die Android-App “Find2Car” wirkt generell runder in der Benutzung und sieht recht gut aus. Die anderen Car2go-Apps im Play Store sind dafür deutlich schlechter als selbst die offizielle iPhone-Anwendung. Teilweise funktionieren sie gar nicht mehr, teilweise suchen sie beim Start nicht nur Fahrzeuge im Umkreis, sondern hängen sekundenlang bei dem Versuch, alle Autos der Stadt auf einmal anzuzeigen. Es gibt für den “Normalnutzer” zum Glück keinen Grund, mehr als die offizielle App (beim iPhone) bzw. Find2Car (auf Android) zu nutzen. Wer jedoch Kunde in mehreren Städten ist, muss sich entweder jedes Mal aus- und für die andere Stadt einloggen, oder mehrere Apps parallel installieren. Beides ist keine Freude.

Sowohl im Web als auch per App kann man Fahrzeuge auch direkt reservieren. Das Fahrzeug ist dann für 15 Minuten für andere Nutzer gesperrt und taucht auch nicht in deren Suchen auf. Wird das Fahrzeug nicht innerhalb der Reservierungszeit mit dem Siegel des Kunden geöffnet, verfällt die Reservierung und car2go berechnet eine Stornierungsgebühr von 4€.

Die Buchung beginnt man bei car2go, indem man sein Siegel bzw. seine Member Card an einen Leser an der Frontscheibe hält. Sofern das Fahrzeug nicht von einem anderen Kunden reserviert ist oder einen technischen Defekt hat und sofern die Datenfunkverbindung nicht gestört ist, entriegeln dann die Türen. Zur Identifikation gibt man dann seine selbst gewählte PIN ein. Anschließend werden vorhandene Schäden am Fahrzeug angezeigt und können neue Schäden gemeldet werden (per Hotline, dazu später mehr), dann bewertet man die Sauberkeit des Fahrzeugs innen und außen, und dann kann es losgehen. Dafür zahlt man 29 Cent pro Minute, maximal 12,90€ pro Stunde. Versichert ist man dabei mit Vollkasko bei einem Selbstbehalt von 500€.

Die Fahrzeuge von car2go sind recht stark auf den Dienst angepasst. Die Bordcomputer-Einheit der Smarts ist komplett für car2go entwickelt und bietet Radio, Navigation, Telefon und “Apps”. Radio und Navigation tun, was man von ihnen erwarten würde, mit einer Einschränkung: Man kann das Radio nicht ausschalten und trotzdem Navigations-Ansagen hören. Diejenigen, die sowieso Radio hören beim Auto fahren, wird das nicht stören, wer jedoch lieber in Ruhe fährt oder sich mit ihrem Beifahrer unterhält, muss sich zwischen Radio und Navi entscheiden. Der Telefonmodus ist noch ohne Funktion, ebenso war “Apps” zu Beginn noch funktionslos, mittlerweile läuft dort eine Art Spiel, das den Fahrstil in drei Kategorien mit einem “EcoScore” bewertet. Diese Gamification kennt man aus Toyota Prius und anderen Fahrzeugen, die auf Sparsamkeit und Umweltschutz ausgerichtet sind, und sie funktioniert selbst dann, wenn man mit dem Konzept vertraut ist und die Intention deutlich erkennbar. Unglücklich ist, dass bei “schlechtem” Fahrstil ein recht sichtbares gelbes Warnsymbol eingeblendet wird, was sicher manche erst mal erschrecken wird. Wenn man weiter “gegen” den Algorithmus fährt, färbt sich das Icon rot und der Nutzer wird gewarnt, ein “unvorsichtiger Fahrstil” könne zum Ausschluss von car2go führen. Einige meiner Bekannten und ich selbst lasen das so, als würde das Fahrzeug diese Telemetrie-Daten auch direkt an car2go übermitteln, was, gelinde gesagt, einen Aufschrei zur Folge haben könnte.

Um die Miete zu unterbrechen, kann man das Fahrzeug einfach an geeigneter Stelle abstellen und mit dem Schlüssel abschließen, man zahlt bei car2go dann 9 Cent pro Minute bis zu einem Maximum von 5,40€. Will man die Miete beenden, stellt man das Fahrzeug ab und steckt den Schlüssel in die dafür vorgesehen Halterung am Bordcomputer. Dann kann man noch einmal eventuell neu aufgetretene Schäden melden, und das Auto dann von außen mit dem car2go-Siegel oder der Member Card abschließen. Die Rückgabe kann nur innerhalb des Geschäftsgebiets von car2go erfolgen. In Berlin umfasst das deutlich mehr als den S-Bahn-Ring, jedoch mit einem großen Loch Richtung Adlershof und Köpenick. In Hamburg reicht das Geschäftsgebiet von der Elbe bis zum Jahnring und von der Kieler Straße bis zur Wandsbeker Allee. Wer südlich der Elbe wohnt, hat also Pech, ebenso kann man mit car2go nicht zum Flughafen fahren (man kann sich aber in der Nähe des Flughafens bei car2go anmelden, nun ja).

Service

Der Service von car2go war in meinem gesamten Nutzungszeitraum größtenteils leider sehr schlecht. Das umfasst sowohl Anrufe an die Hotline aus dem Auto (z.B. für Schadensmeldungen), Mails an die Stadtbüros, Tweets an den offiziellen Account, und Posts bei Facebook.

Wählt man aus dem Auto die Hotline an, entweder zur Schadensmeldung oder durch Drücken des “SOS”-Buttons, muss man sich auf Wartezeiten einstellen. Mindestens zehn Minuten dauerte das bei mir, manchmal aber auch deutlich länger. Das größte Problem dabei: Man kann die Telefonverbindung nicht trennen, und während eine Sprachverbindung besteht, kann man keine Datenverbindung nutzen, also auch nicht die Miete beenden. Im krassesten Fall startete ich den Anruf sofort bei Fahrtbeginn, verbrachte die gesamte Fahrt von ~25 Minuten in der Warteschleife, und saß dann nochmal über eine halbe Stunde am Zielpunkt im Auto fest, bevor ich das Fahrzeug endlich abstellen konnte. Eine extrem frustrierende Erfahrung, seit der ich die car2go-Hotline nie wieder angerufen habe und das auch in Zukunft nicht vorhabe.

Mails an die Städtebüros wurden erst nach Stunden, manchmal auch erst am nächsten Tag beantwortet. Bei der Anmelde-Odyssee in Berlin musste ich dreimal nachfragen, um Workarounds für die oben genannten Probleme zu finden. Natürlich kam es jedes mal zum Session Timeout, bevor der Support antwortete, so dass ich meine Daten am Ende insgesamt vier Mal eingegeben hatte.

Tweets an den car2go-Account gingen über Tage unbeantwortet. Auf der re:publica, wo car2go mit einem Stand vertreten war, sprach ich den Pressesprecher darauf an und erfuhr, dass der Account “nebenbei” von zwei Personen betreut wird, von denen eine gerade krank gewesen war. Keine Glanzleistung, aber es wurde versprochen, dass sich das bald ändern soll. Die Accounts für die einzelnen Städte haben wohl jeweils dedizierte Betreuer aus den Städtebüros, werden aber nicht beworben. Ich wusste nicht mal, dass es Städteaccounts gibt, bevor ich mit dem Pressesprecher geredet hatte.

Bei Facebook habe ich selbst keine Anfragen gestellt, aber car2go hat u.a. Einschränkungen im Geschäftsgebiet teilweise nur via Facebook kommuniziert. So konnte man am Vorabend des 1. Mai nicht in der Nähe der Hamburger Schanze parken, hätte das aber nur erfahren können, wenn man auf die Facebook-Seite von car2go geschaut hätte, wo die Einschränkung angekündigt und mit einem Google-Maps-Screenshot untermalt war (wobei ich recht sicher bin, dass diese Nutzung gegen die Lizenzbestimmunen von Google Maps verstieß).

Service und Kommunikation sind also dringend verbesserungswürdig; es bleibt abzuwarten, ob sich die Lage durch den Zusammenschluss der einzelnen Gesellschaften entspannt oder weiter verschlechtert. Gerade in der Anfangszeit gilt es jedoch unbedingt, die Interessenten und Kunden vom Carsharing-Konzept im Allgemeinen und car2go im Speziellen zu überzeugen. Dafür ist ein schneller, professioneller Service unabdingbar. Ich wurde von der Performance am Anfang stark abgeschreckt.

Kosten

29€ bzw. 19€ für die Anmeldung, 29 Cent pro Minute fürs Fahren, 9 Cent pro Minute fürs Parken. Ab 21km kostet jeder weiter Kilometer nochmal 29 Cent.

DriveNow

Anmeldung

Bei DriveNow kann man sich ebenso online anmelden. Das kostet 29€, die man per Kreditkarte bezahlt. Mit Empfehlungscode (z.B. meinem, hier) kann man sich für 9,98€ anmelden und bekommt auch gleich noch 15 Freiminuten. Außerdem kann man sich in ausgewählten Sixt-Stationen im Geschäftsgebiet anmelden. Ich vermute, dass da dann keine Vandalenterminals mit Folientastatur stehen, aber ich habe mich nach der car2go-Erfahrung gleich für die Online-Anmeldung entschieden. Das Siegel, auch hier ein RFID-Aufkleber, muss man natürlich trotzdem abholen und dabei auch gleich noch den Vertrag unterschreiben. Das war kurz irritierend (“ich bin schon angemeldet!”), aber ging schnell vonstatten. Wer keine Kreditkarte hat, ist übrigens außen vor, dafür können unter-21-Jährige nach Absolvieren eines Fahrtrainings Mitglied werden.

DriveNow-Kunden können DriveNow in allen Städten nutzen, in denen DriveNow verfügbar ist, und müssen sich nicht separat registrieren. Man kann aber bspw. nicht eine Fahrt in Berlin beginnen und in München beenden, die Fahrzeuge sind ans Stadtgebiet gebunden.

Benutzung

Auch bei DriveNow gibt es Smartphone-Apps für iOS und Android, allerdings hier bisher nur offizielle. Ich habe auf die Schnelle auch keine API-Dokumentation gefunden, wenngleich es ein (inoffizielles) Rubygem gibt. Die Apps stellen die Positionen verfügbarer Fahrzeuge in der Umgebung des Nutzers dar und erlauben eine Suche nach Adressen ebenso wie eine Filterung nach Fahrzeugmodell und -art (Schaltung oder Automatik). Fahrzeuge können via App oder Web für 15 Minuten reserviert werden, dies ist kostenlos, auch wenn die Fahrt dann nicht angetreten wird.

Entsperrt werden die Wagen, indem man sein RFID-Siegel an das Lesegerät in der Frontscheibe hält. Im Gegensatz zu den car2go-Lesern gibt es hier statt Text-LCD nur drei farbige LEDs zur Statusanzeige, was die Fehlersuche erschwert. Ist das Auto offen, gibt man im Bordcomputer seine PIN ein, beantwortet Fragen zu Schäden am Auto und zur Sauberkeit des Innenraums, und hat dann die Gelegenheit, zusätzliche Versicherungs- oder Zeitpakete zu buchen oder die Buchung direkt zu beginnen.


Bei DriveNow steckt die gesamte Intelligenz in einem angepassten Dell Streak Android-“Tablet”, das mehr oder weniger fest in die Fahrzeuge eingebaut ist. Zur Navigation wird dann auch auch Googles Spracheingabe und Google Maps Navigation verwendet. Das ist einerseits ganz praktisch, weil keine Funktionalität im Auto verloren geht und weil Google Navigation die Verkehrslage in Betracht zieht, andererseits ist das Tippen etwas mühsam, die Spracherkennung nicht immer zuverlässig, die Bedienung etwas fitzelig und die Halterungen gerade auf Berliner Kopfsteinpflaster oft sehr klapperig. Das Interface ist jedoch funktional und gefällig. Nett ist, dass man via Webseite diverse Navigationsziele vorspeichern kann und diese dann im Auto direkt anwählen. Das deckt einen großen Teil meines “normalen” Bedarfs ab.

Da man bei DriveNow keinen Schlüssel im Fahrzeug hat, läuft das (Zwischen-)Parken etwas anders ab als bei car2go. Wenn man den Motor ausschaltet, wird man gefragt, ob man die Buchung beenden oder nur parken möchte. Dann schließt man das Fahrzeug einfach außen mit seinem Siegel ab, und es bleibt dann im Parkmodus geblockt.

Das DriveNow-Geschäftsgebiet in Berlin geht vom Rathaus Pankow im Norden zum Henry-Ford-Bau der FU Berlin im Süden, und vom S-Bahnhof Lichtenberg im Osten bis zur Westendallee im Berliner Westen. Das Geschäftsgebiet ist damit ein Stück kleiner als car2go.

Service

Das Service war schon gut, bevor ich eigentlich Kunde von DriveNow war: Auf Twitter erwähnt, reagierte der offizielle Account @Drive_Now innerhalb weniger Minuten. Auch seitdem wurden Erwähnungen kommentiert, Fragen kompetent beantwortet, und generell eine gute Social Media-Beobachtung geleistet. Aber auch im Auto wurde schnell und kulant geholfen.

Bei meinen ersten beiden Fahrten war die Verbindung des Geräts mit dem DriveNow-Service gestört, so dass ich das Auto zuerst nicht zurückgeben konnte, dann nach Telefonat mit dem Service und einigem Rumprobieren manuell verschließen musste, es ein paar Stunden später an selber Stelle als verfügbar sah, anmieten wollte und einen Dell Streak mit leerer Batterie vorfand. Das Auto ließ sich dennoch starten und der Streak sprang auch nach wenigen Minuten Ladezeit an, dafür konnte ich das Fahrzeug am Mehringdamm erst nicht zurückgeben und wurde dann im Fahrzeug eingeschlossen, als die Zentralverriegelung im Halbsekundentakt auslöste. Schließlich sprangen Alarmanlage und Wegfahrsperre an, während ich mit dem Support telefonierte. Stressig, mein Abendessen fiel ins Wasser, aber der Service war sehr zuvorkommend und ich musste die Fahrt auch nicht bezahlen. Abgesehen von diesen Startschwierigkeiten hatte ich keine Probleme mehr.

Kosten

Anmeldung 29€ bzw. 9,98€ (mit Freunde-werben-Freunde Empfehlungslink). Fahren kostet 29 Cent pro Minute, Parken 10 Cent pro Minute, bis maximal 14,90€ beim Mini Cooper, sonst 17,40€. Außerdem gibt es ein 3-Stunden-Paket für 23€ und ein 6-Stunden-Paket für 45€. Wenn man seinen Selbstbehalt von 750€ reduzieren möchte, kann man das für 99€ (Selbstbehalt 350€) bzw. 199€ (Selbstbehalt 0€) im Jahr tun.

Fazit

Das neue Carsharing ist einfacher und alleine damit schon besser als das alte Carsharing. Gerade in den Großstädten wäre es durchaus vorstellbar, die Innenstädte komplett autofrei zu machen und nur Carsharing und ÖPNV zuzulassen. Beide Unternehmen bieten einen nützlichen und guten Dienst an.

Praktischer im Stadtverkehr ist car2go dank der kleinen Fahrzeuge allemal, mehr Freude am Fahren macht aber DriveNow. Dafür bewegt sich bei car2go gefühlt mehr: Die Anfangsprobleme mit verschiedenen Gesellschaften (der Grund, weshalb man sich in Hamburg und Berlin separat anmelden musste) werden nach und nach gelöst, die Telematik entwickelt sich weiter, und sogar der Service scheint langsam besser zu werden. DriveNow legte schon stark los, hat aber auch noch Verbesserungsbedarf (die Android-App ist beispielsweise bestenfalls als “brauchbar” zu bezeichnen). Immerhin wird dort offen über Fehler geredet.

Beide Optionen sind nützlich und funktional. Wer in seiner Stadt die Wahl zwischen car2go und DriveNow hat, kann sich günstig genug bei beiden anmelden und dann jedes Mal entscheiden, ob sie dann lieber Cabrio oder Smart fährt. So oder so, es gibt zwischen Individualverkehr und ÖPNV jetzt eine weitere Alternative.

Nachtrag: Malte wies darauf hin, dass die car2go-Smarts mit 5,8l/100km gar nicht viel effizienter sind als z.B. die DriveNow-Minis (7,2l/100km). Außerdem habe ich vergessen zu erwähnen, dass die Smarts keine Servolenkung haben, was das Fahrerlebnis nochmal unschöner macht.

Blogparade Küchenausstattung

Ich möchte wieder mehr bloggen. Außerdem könnte ich fürs Büro hervorragend eine Kühl-Gefrierkombi gebrauchen. Und es gibt gerade die 5. Blogparade Küchenausstattung. Das ist doch alles ein hervorragender Zufall…

Ich habe schon einige Küchen hinter mir. Einbauküchen des Vormieters, selbstgekaufte von billig bis nicht ganz so billig, Büros, Zwischenmieten, Hostels, bei Freunden im In- und Ausland… und ich habe bemerkt, dass zwischen “muss sein” und “ist nice to have” eine ganze Menge liegt.

Lange hatte ich zum Beispiel keinen Ofen. Doof, weil man schlecht Aufläufe oder Kuchen machen kann. Mikrowellenkuchen sind nicht wirklich eine Alternative. Mini-Öfen nerven auch. Ein Leben ohne Ofen ist zwar möglich, aber unschön.

Ein ordentlicher Herd ist Gold wert. (Wenn es das Sprichwort noch nicht gibt, habe ich es hiermit erfunden.) Die kleinen Elektroplatten, die in vielen Büroküchen zu finden sind, eignen sich häufig nicht mal, um Wasser zu kochen, geschweige denn eine richtige Mahlzeit. Etwas besser sind da schon Ceranfelder, wenn man sie halbwegs sauber hält. Einfach zu bedienen und nachzurüsten sind Induktionsfelder, eine ganz hervorragende Sache: Extrem schnell, extrem energieeffizient, und weniger Verbrennungs- oder Explosionsrisiko 🙂 Natürlich ist ein Gasherd nochmal besser und heißer, aber Nachrüsten ist schwierig (Kein Gasanschluss? Dauernd Gasflaschen kaufen?), irgendwer wird was verschütten, und ich kenne einige Leute, die sich vor Gas fürchten. Steak macht aber auf Gas am meisten Spaß. Fazit: Wer noch mit klassischen Herdplatten kocht, sollte sich ein Induktionskochfeld kaufen. Wer Ceran hat, sollte Induktion zumindest ausprobieren. Wer einen Gasherd hat, sollte sich freuen.

Kühlschränke sind noch wichtig, auch wenn ich zeitweise einen Balkon als Ersatzkühlschrank genutzt habe. Je größer, desto besser, und es gibt schon recht günstig sehr geräumige Kühlschränke. Eisfach, Gemüsefach, und Eiswürfelspender sind total super, wenn man sie hat, fehlen aber auch nicht.

Alles weitere ist bereits Luxus: Eine Dunstabzugshaube fehlt in der Wohnung und fehlte lange im Büro. Wer seine Pfannen abdeckt, Rauchmelder abschalten und Fenster öffnen kann, hat kein Problem. Wo gekocht wird, entstehen Gerüche, deal with it. Praktisch sind sie dennoch, aber notwendig nicht.

Ebenfalls extrem praktisch und je nach Faulheit des Benutzers auch notwendig sind Geschirrspülmaschinen. Die besten Erfahrungen hatte ich hier mit den günstigen Geräten von BEKO. Vergleichbar teure Maschinen von “Markenherstellern” brachten oft weniger Leistung; um die selben Features zu bekommen, hätte ich das 2-3fache ausgeben müssen. Diese Geräte haben ja eine relativ leicht zu bestimmende Perfektion: Macht Geschirr sauber, schnell, leise, und sparsam. Viel Luft nach oben ist da nicht mehr.

Nice to have und IMO nicht so nötig sind Tiefkühler. Ein Eisfach für die gelegentliche Tiefkühlpizza, okay, aber zuhause hatte ich eine riesige Tiefkühltruhe, die vielleicht für Herrn @germanpsycho praktisch gewesen wäre, die ich aber nicht ernsthaft hätte füllen können. Immerhin, Dinge in der Tiefkühltruhe verderben nicht. Aber es frisst Strom und Platz.

Meine ideale Küche hat ein riesiges Induktionskochfeld und zwei Gasplatten unter einer ordentlichen Dunstabzugshaube, freistehend im Raum und umgeben von ausreichend Abstellfläche. Fest in Schränke eingebaut sind Ofen, Geschirrspüler und Mikrowelle, der riesige Kühlschrank mit Eiswürfelspender stünde frei. Außerdem will ich eine ordentliche Friteuse, um “Fry Everything”-Parties feiern zu können.

Irgendwann.

Mac OS X Lion Beta

So, I upgraded to OS X Lion today against my better judgement, and I have to admit, I like Lion. It is a pretty nice beta version of an operating system. Here are some of the bugs and annoyances I encountered only today:

  • Lion wakes much slower than Snow Leopard
  • Lion does not wake on Touchpad touch, only on click or keypress
  • The lock screen always runs your screen saver, and there is no “Blank Screen” screensaver
  • The keyboard illumination stays on sometimes after unlocking the computer or showing the user switching screen
  • When waking up the computer via timer, it goes back to sleep after a few seconds if there is no user input
  • Spotlight sometimes hangs for up to 30 seconds (this is after it is done reindexing everything)
  • The gcc in Xcode 4.1 produces segfaulting code causing my rvm-compiled Ruby to die several times
  • Natural scrolling, seriously?
  • The new gestures break my workflow in all kinds of ways. Before, I used BetterTouchTool for things like Four Finger Swipe Up, this is now broken. Also, two-finger scroll/swipe for scrolling and flipping pages (back/forward)? What were they smoking?
  • Launchpad is completely useless for me, and I don’t see who the target user base for this is. Even my parents figured out to click the “Applications” icon to access applications
  • Mission Control. Enough said.

Updated with more bugs and annoyances:

  • Terminal opens new tabs with the same directory as the current tab. Some might like this, for me, it breaks my workflow. Luckily, there is a preference (Terminal, Startup tab)
  • Preview crashed on every run with a SIGILL error because it could not create the Sandbox context. Turns out it didn’t like that my Downloads folder was symlinked to another harddisk. Removing and re-creating(!) the symlink fixed the problem, as described on Apple Forums

End update.

But the single most unexpected thing so far has been the new “character picker” feature. If you hold down a key, instead of repeating the key as you would expect from 20 years of personal computers and video games, it does this:

OS X Lion Character Picker in action

There is no UI to disable this behavior. Luckily, there is a preference, so open your Terminal and run this:

defaults write -g ApplePressAndHoldEnabled -bool false

This disables the character picker, but it does not immediately re-enable key repeat. You need to reboot for that.

The preference still says “Delay Until Repeat”, of course, even though it does not actually repeat the key pressed.

Keyboard preferences in OS X Lion

Oh, Apple.

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agile design camp 2011

agile design camp

Am 23. und 24. Juli 2011 findet im Betahaus Hamburg das erste Agile Design Camp statt. Es hat, wie unschwer zu erraten ist, das Thema “agile design”. Was ist nun aber “agile design”? Von der Kurzbeschreibung auf agiledesigncamp.org:

Agile Design dreht sich um die Integration der Arbeit von Designern in agile Softwareentwicklung, das Neudenken der Rolle von Design, und strukturiertes Denken.

Der Anlass war mehr oder weniger der Artikel von Jan Krutisch zum XING-Redesign und die darauf folgende Diskussion auf Twitter, aber auch die Gespräche und Sessions vom UXcamp Europe 2011 oder die Erfahrungen, die ich als CTO von Toptranslation mache.

Im Grunde geht es also darum, wie man die Methoden der agilen Softwareentwicklung (lies: Scrum, Kanban, kurze Iterationen, etc.) auch auf den Designprozess ausweiten kann. Design meint hier dann auch nicht nur das visuelle Design (vulgo: “Pixelschubsen”), sondern umfasst alles vom konzeptuellen über das Interaction Design bis hin zum Visual Design.

Sind die agilen Methoden in der Softwareentwicklung nun recht akzeptiert und werden immer mehr und immer erfolgreicher genutzt, so sind sie im Design häufig noch nicht angekommen. Nicht zuletzt, weil Design- und Entwicklungsteam immer noch zu oft nicht eng zusammenarbeiten, sondern fast komplett voneinander abgeschottet sind, wirkt sowohl der Design- als auch der Entwicklungsprozess auf die jeweils andere Seite wie eine Black Box, undurchschaubar und wenig verständlich. Das Agile Design Camp möchte also sowohl die Seiten überhaupt zusammenbringen und das Verständnis füreinander verbessern, als auch den agilen Entwicklungsprozess für Designer erschließen. Damit wir weder einen “Big Bang Relaunch” brauchen, noch der Entwickler über die langsamen Designer flucht, die ihn alle paar Wochen mit PSDs zuschmeißen, noch die Designer über die Entwickler, die ihre Designs bei der Umsetzung verhackstücken.

Zur Anmeldung

Fablab Action

Ich war auf der GoodGoods beim Fablab Hamburg, bzw. OpenDesignCity, bzw. dem Verbund Offener Werkstätten. In einem Eigenwerkbereich hatten wir verschiedene Werkstätten, von Siebdruck und Folienschnitt über Nähen und Lampenbau bis zum 3D-Drucker und Lasercutter für die Besucher der GoodGoods zu bieten. Jede_r konnte unter fachkundiger Anleitung selbst T-Shirts drucken, Holz, Metall, Pappe und Glas gravieren und schneiden, nähen, mit Holz bauen usw.

Ich verbrachte den größten Teil der letzten beiden Tage am Lasercutter, einem Epilog Helix 24 CO2-Laser mit 40W. Das Gerät hat einen 60x45cm großen Arbeitsbereich, der in der Höhe verstellbar ist. Mit 40W Leistung kommt der Laser locker durch über 1cm dickes Holz, graviert mühelos Glas und Metall oder trägt einzelne Pappschichten ab. Die Software ist gutmütig und kann auch Bitmap-Grafiken einfach dithern und ausgeben, ist aber leider bisher nur für Windows verfügbar.

Die kurzen Pausen, wo wenig Publikumsandrang herrschte, nutzten wir natürlich, um diverse Geräte und andere Gegenstände zu verzieren. Diverse Handys, u.a. mein Nexus S, ein Blackberry, ein Nokia E66, ein Samsung Galaxy, und ein iPhone 4, wurden mit Schriftzügen und Logos graviert (das Galaxy litt dabei an einer Vorlage, die den Lasercutter in den Plotter-Cutter-Modus versetzte, und hat jetzt ein “Sankt Pauli”-förmiges Loch in der Rückseite). Außerdem wurden bearbeitet: zwei Kindle 3, zwei Kindle-Covers, fünf Notizbücher, drei Geldbörsen, Filz, Balsaholz in verschiedenen Stärken, Aluminium- und Glasflaschen sowie Kanthölzer.

Mehr Informationen über das Fablab Hamburg findet ihr auf der Fablab-Webseite.

SIME 2011 Amsterdam

The morning train brought me to Amsterdam. I had not been in this beautiful city for over a year and so was happy to get the invitation for SIME 2011 and thus a good excuse to go to the Netherlands again. It was a bright and sunny day as I stepped out of Amsterdam Centraal, walking down Damrak, passing tourists, locals, and being passed by a lot of bikes.

Upon arriving at the SIME venue, the name badges were not ready yet, so I was ushered straight in to catch the end of Ola Ahlvarsson’s talk on “A Global Journey in Digital Opportunities”.

The “Fireside Chat with the SIME Amsterdam founders” gave an introduction to the people and ideas behind the Amsterdam version of the “Scandinavian Interactive Media Event”, ending with Joris van Oers of De Telefoongids on how no one uses phone books anymore and how DTG transformed.

It was followed by “Making Marketing Go Ka-Ching” with an introduction by Erinn Leahey Marzo of Buddy Media was pretty interesting, with lots of stats and data on social marketing with a focus on Facebook. More interesting, actually, then the following panel with Heleen Dura-Van Oord and Maks Giordano, that did not seem to find a point to converge on. What disturbed me during this session were all the people tweeting about how Erinn Marzo reminded them of Sharon Stone in Basic Instinct, especially when she sat down for the panel. Such an objectification and sexualization did not happen to any of the male speakers and, in my opinion, casts a bad light on the audience at SIME.

During and after the panel, people were picking up their badges, and the Wifi password was also finally made available.

“Amazon’s World” with the CTO of Amazon.com, Werner Vogels, who struck me as a pragmatic guy with a strong vision. He also uttered the memorable “Your teams should be no larger than you can feed with two pizzas” that made Quote of the Day at SIME Amsterdam 2011, as well as lines like “Yes, I believe engineers are artists. But the difference is, they make money”. His suggestion to hire only the very best was echoed by many in the audience, including myself. He continued to say that the very best did not need to be given orders and were more efficient when they are given a lot of freedom, and again I agree.

This quite interesting session was followed by “Companies that make us go wow!”, an advertising slot slash stage pitch. While JamesList, a marketplace for “ridiculously expensive luxury goods”, was entertaining at least, the following presentation about StarStable, or “World of Horsecraft”, missed the audience by a long shot and sounded like a too-long and rather boring sales pitch for a game that is not even released yet, focusing on girls under the age of 14 with an interest in horses. The presentation also repeated tired clichés of boys favoring games where they shoot, slay, or blow up stuff, while girls are interested in riding horses across landscapes. This kind of thinking needlessly reinforces social gender conditioning and must culminate in “World of Housework” sooner or later… not a fan.

The next panel, “Innovation at the Speed of Life” with Anil Hansjee of Google and Jake Hsu of Symbio, was much more interesting. Anil talked about Google’s acquisition history, how they mostly buy companies for the people, and how to get bought by Google (“don’t go public, be valued under $50m”). Jake Hsu shared insights from his life.

“Master Class 1: Mobile Sells – or does it?” did not teach me anything new, despite having people from Layar, MobyPicture or Whatser on the panel. Considering the tweets during the session, most of the audience seemed to feel the same. It certainly did not help that the beginning of the panel felt like a round of elevator pitches when everyone introduced their respective company or service.

“Inside the Head of a Serial Entrepreneur” started with an introduction by Peter-Frans Pauwels, the founder of TomTom, explaining how TomTom started and how long it took them to really get the market and start making profits. Interesting enough until it turned into a too-long sales pitch advertising the new TomTom service. However, the panel, with people like Stefan Glänzer (founder of Ricardo, investor in last.fm, and business angel) and Oded Vardi (founder of Superna Group, son of Yossi Vardi) and Erik Wikström (founder of Result and others) saved the slot. I was especially impressed by Stefan Glänzer’s calm and dry wit.

Even though I did not know Ad Scheepbouwer before the “Fireside chat” with him, it was pretty captivating listening to the former CEO of a huge telecommunications company, KPN, talk about change and how to adapt in a world that is changing ever faster.

It was followed by the panel on “Re-Shaping the Media Industry” with Sara Öhrvall (Bonnier Group), Patrick Mesterton (De Telefoongids), and Tobias Oswald (CondéNast Digital Germany), which was off to a very slow start. For the first ten minutes, the most interesting thing on the panel were the shoes of Sara Öhrvall (Swedish Hasbeens, “[of course](tweet by Sara)”). It did not get much better when the panel appeared increasingly self-referential, and I did not take any insight from the panel that went beyond “know your customers”. Other members of the audience seemed to agree, but another group seemed to really like the panel, so maybe I simply wasn’t the intended audience.

“Meet the next Skype” was a chance for the CMO of Rebtel to introduce their service to the audience. While Rebtel is an interesting enough success story, the slot’s title promised too much as Rebtel competes merely in the VoIP space, but does not seem to have anything comparable to Skype’s desktop clients and peer-to-peer mesh. While their marketing is quite good, the actual quality of the Rebtel service, from my friends’ and my own experience, is mediocre. However, the VoIP space is and will certainly be interesting to watch for the next few years, and Rebtel positioned themselves as a strong player.

I took the break as a chance to look aorund the venue a bit more. SIME Amsterdam took place in the “Beurs van Berlage” building, a few walking minutes from the main train station. The Beurs, formerly the Amsterdam stock exchange, has been turned into a spacious event venue without compromising the original substance of the building, and they even have an active Twitter account.

“Fireside Chat with Puck” was one of the high points of SIME Amsterdam. Puck is an 11-year-old who taught himself English so he could then learn to program. By now, he has written a number of webapps in PHP as well as several apps for iOS. When asked what he wanted to be when he grows up, he says “a programmer”. While his story is less uncommon than one may think, the exposure he has gotten allows him and his father to spread a message of support for similarly interested and smart kids.

The “Fireside Chat – Top Dutch Media Communications & High Tech Innovations” afterwards was mostly a showcase for several Dutch companies, most of which I did not know before. However, Shapeways were mentioned, and I shall take this opportunity to try and make them more known. Shapeways was founded a few years ago (!!as a subsidiary of Philips?) as a 3D-printing company. While the selection of materials and methods was limited in the beginning, they now offer over !!number materials for 3D-printing or milling. If you want to create a custom shape for jewelry, lamps etc., you should try Shapeways.

Finally, the second high point of the afternoon, “Your Brain is the Best Marketer” with Kim Cramer, neuro-marketer, and Victor Lamme, professor of cognitive neuroscience. The team used MRI scanning to gather insights into how marketing and advertisements are received and processed by your brain. Test subjects are put into a MRI scanner and are then shown TV spots or print ads. The activation of different parts of the brain is measured and later evaluated. Their conclusions from the data gathered so far is interesting – the decision to purchase something is driven by desire, but tempered by pain. Humans seem to want pretty much everything desirable, but “paying money makes your brain hurt,” as Victor Lamme put it. They also showed examples of spots and what responses they triggered, for example two versions of a spot for the Renault Clio, one which ends with the protagonist meeting his girlfriends’ parents, the other with the couple kissing while a number of other men watch jealously. The latter showed significantly higher activation in the brains of subjects, for reasons that can only be speculated about for now.

The Wrap-Up session marked the end of talks for the day, with only two “master classes” to go. Since we were running about thirty minutes late by then, I decided to skip the final master class to instead socialize and network for a bit before I had to catch my train. I talked to a number of people about what I do and what hackers are, how they are different from crackers, and how hacking is not limited to software. Some other people only came by to congratulate me on my hair and how it was a great marketing instrument, which was fine with me, too.

In closing, I would like to thank the organizers for a good conference with interesting people both on and off stage, and especially Bob Stumpel for the invitation. Even though I was not the primary target audience for SIME, I feel that the day trip to Amsterdam was well worth my while and I look forward to visiting other SIME conferences in the future.

QUOTE.fm

Soeben ging QUOTE.fm online, mit einer “So you’ve got a code?“-Seite. Ich schäme mich nicht, öffentlich zuzugeben, dass ich bisher keinen QUOTE.fm-Code bekommen habe. Aber ich habe mir den QUOTE.fm-Code angesehen! Und da fallen zwei Dinge auf:

  1. Man sollte unbedingt mal TIGERBLOOD auf der Seite eingeben (einfach so, nicht notwendigerweise in die Eingabefelder).

  2. Ach, seht selbst. Am besten in Firebug oder so.

Auf jeden Fall sind die Jungs (UARRR, @_martinwolf und @Knuspermagier) aber sehr gut in Design (shiny!) und Marketing (woot). Und auch alles andere an QUOTE.fm sieht ziemlich verdammt gut aus, was man so am Rande mitbekommt.

Also, noch etwas Geduld, bald wird’s awesome.

There’s a .̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̨̨̨̨̨̨̨̨̨̨̨̨.̸̸̨̨ crack in your Twitter

Vor zwei Tagen begann auf Twitter ein Mem:

Dylann (dailydylann) on Twitter.jpg
2011-04-27 von @dailydylann

Ich wurde gebeten, dieses lustige Symbol kurz zu erklären, und da das nicht auf Twitter passt, hier der Blogpost.

Schauen wir uns den interessanten Teil des Tweets mal genau an:

00000000  2e cc b8 cc b8 cc a8 cc  b8 cc b8 cc a8 cc b8 cc  |................|
00000010  b8 cc b8 cc a8 cc b8 cc  b8 cc a8 cc b8 cc b8 cc  |................|
00000020  a8 cc b8 cc a8 cc b8 cc  b8 cc a8 cc b8 cc b8 cc  |................|
*
00000040  a8 cc b8 cc a8 cc b8 cc  b8 2e cc a8 cc b8 cc b8  |................|

Das 2e am Anfang ist ein ganz normaler Punkt – “.”. Danach wird’s spannend: Es folgen Kombinationen aus zwei UTF-8-Zeichen: Hexadezimal 0xCCB8: Unicode-Zeichen U+0338 “COMBINING LONG SOLIDUS OVERLAY” (Solidus = Schrägstrich); und hexadezimal 0xCCA8: Unicode-Zeichen U+0328 “COMBINING OGONEK” (Ogonek = Schwänzchen). Dann folgt nochmal ein Punkt und nochmal ein paar dieser “COMBINING”-Zeichen. Das “COMBINING” bedeutet, dass die Zeichen nicht für sich allein stehen, sondern zu dem Zeichen gehören, das vor ihnen steht, und sich mit diesem, nun ja, kombinieren.

Ich habe diese beiden Zeichen hier nochmal “allein” dargestellt, also über ein Leerzeichen gelegt:

U+0338  ̸ COMBINING LONG SOLIDUS OVERLAY
U+0328  ̨ COMBINING OGONEK

Und hier nochmal als Beispiel für die “Kombination” über den Buchstaben “a” gelegt:

a̸ = a +  ̸
ą = a +  ̨
a̸̸̸̸ = a +  ̸ +  ̸
ą̸̸̸ = a +  ̸ +  ̸ +  ̨ +  ̸

Und mit der Kombination aus dem Original-Tweet:

ą̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̸̨̨̨̨̨̨̨̨̨̨̨ = a +  ̸ ̸ ̨ ̸ ̸ ̨ ̸ ̸ ̸ ̨ ̸ ̸ ̨ ̸ ̸ ̨ ̸ ̨ ̸ ̸ ̨ ̸ ̸ ̨ ̸ ̨ ̸ ̸ ̨ ̸ ̸ ̨ ̸ ̨ ̸ ̸

Die Kombination aus mehrfachen “COMBINING”-Zeichen akkumuliert also – an ein Zeichen mit Häkchen unten wird ein weiteres Häkchen angehängt. Damit wächst das Zeichen natürlich in der Höhe. Durch die Slashes wird die Fläche “ausgefüllt”, durch die Häkchen wird es nach unten erweitert.

Für mehr Spaß mit Unicode empfehle ich als Einstieg den Wikipedia-Artikel zu UTF-8. Viel Spaß beim Durchlesen sämtlicher Unicode-Planes – Unicode kodiert momentan ja nur 1.112.064 Zeichen.

PS: UTF-8 ist leider immer noch nicht perfekt umgesetzt. Schaut man sich z.B. den Original-Tweet über den obigen Link an, sieht man die einzelnen Zeichen statt der Kombination, weil Twitter offenbar eine Dekombination in ihrer Pipeline haben. In der User-Timeline und in Twitter-Clients sieht es aber richtig aus.