2. Welchen Zug nehme ich? Wo sitze ich?

Die Bahn unterscheidet verschiedene Zugklassen: Die Hochgeschwindigkeitszüge InterCity Express (ICE), die überregionalen InterCity (IC) und EuroCity (EC), und Regionalzüge (RegionalBahn, RegionalExpress, etc.). Ein Ticket für die höchste Zugklasse gilt dabei auch für andere Zugklassen, aber nicht umgekehrt – mit einem ICE-Ticket kann man also auch EC fahren, aber mit einem EC-Ticket im ICE muss man einen Zuschlag bezahlen. Außerdem sind manche Fahrkarten an bestimmte Züge oder Zugklassen gebunden, z.B. alle Sparpreise (BahnCard 25 & Co.) sowie das Quer-durchs-Land-Ticket und regionale Sonderangebote. Wer Geld sparen will, muss dafür also Zeit in die Vorbereitung und Planung der Reise investieren. Wer es einfach haben will, kauft Tickets zum Normalpreis (der auch durch bswp. eine BahnCard 50 ermäßigt sein kann) und fährt, wann sie will.

Achtung! Manche Züge sind reservierungspflichtig. Selbst wenn sie bereits eine gültige Fahrkarte haben, müssen sie für diesen Zug eine Reservierung kaufen. Das betrifft zum Beispiel die ICE-Sprinter genannten Verbindungen zwischen Hamburg und Frankfurt/Main. In Fahrplänen sind diese Züge mit einem eingekreisten R-Symbol gekennzeichnet.

Glücklich ist sowieso, wer reserviert hat. Für mittlerweile 4,50€ bekommt man einen garantierten Platz und erfährt genau, wo man im Zug hin muss. Generell gilt: Wenn Sie damit leben können, während der gesamten Zugfahrt zu stehen, brauchen sie nicht zu reservieren. Ansonsten empfiehlt es sich, das Geld zu investieren und dafür Peace of Mind zu bekommen. Wenn Sie nicht reserviert haben und von einem Reservierungsinhaber aufgefordert werden, den Platz freizugeben, akzeptieren Sie das. Sich dann lautstark zu echauffieren ist nervig, nutzlos, und wirkt auf die Umstehenden eher albern. Will man aber partout nicht noch das Geld für die Reservierung ausgeben, hier ein paar Tipps, wie man Drama wenigstens vermeiden kann:

Eine gute Idee ist es, früh in den Zug einzusteigen, möglichst schon vor dem Hauptbahnhof. Dann ist der Zug entweder noch nicht so voll, und man findet einen Platz, oder man ist schon im Zug, wenn am Hauptbahnhof alle aussteigen. Die verschiedenen Sitzplätze sind im ICE mit kleinen Bildschirmen über dem Sitz oder in anderen Zügen mit Aufklebern oder Schildern am Fenster oder der Gepäckablage markiert. Zum Thema Sitzplätze im ICE habe ich schon einen ausführlicheren Artikel verfasst, bei anderen Zügen ist es schwierig, sinnvoll zu agieren, weil die Anzeigen meist nicht aktuell sind. Als Faustregel gilt aber: Wenn über dem Sitzplatz eine Anzeige oder ein Zettel in der Form „HAMBURG–BERLIN“ hängt, zeigt das an, dass der Platz reserviert ist. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Reservierung auch genutzt werden wird, erhöht die Wahrscheinlichkeit aber beträchtlich. Übrigens: Liegt der Startbahnhof der Reservierung schon mehr als 15 Minuten zurück, verfällt die Reservierung und der Platz ist frei.

Außerdem gibt es für Vielfahrer in den meisten Zügen gesonderte „Comfort“-Bereiche mit Plätzen, die automatisch für diese reserviert sind. Diese Plätze dürfen Sie auch ohne bahn.comfort-Status nutzen, sollten sie dann aber ehrlicherweise auch freigeben, wenn ein Vielfahrer darum bittet und seine BahnCard mit dem Zusatz „bahn.comfort“ vorzeigt. Das gleiche gilt für Plätze wie das Kinder- oder Schwerbehindertenabteil.