Codes of Conduct beinhalten ein »philosophisches« Statement zum Selbstverständnis der Organisation oder der Veranstaltung, definieren unerwünschtes und ggf. sanktioniertes Verhalten, und erklären, wie solches Verhalten behandelt und ggf. sanktioniert wird. Unerwünschte Verhaltensweisen sind häufigerweise Drohungen, Stalking, Störungen von Talks u.a., sexuelle Belästigung, diskriminierende Bilder, Kommentare oder Witze, und weiteres Übergriffiges.

Was bedeutet es also, wenn jemand einer Veranstaltung fernbleibt, weil diese einen solchen Code of Conduct hat?

  1. Die Person hat ein Problem damit, dass übergriffiges Verhalten explizit als unerwünscht markiert und ggf. sanktioniert werden kann, oder damit, dass die Veranstalter sich über die Schaffung von sichereren Kontexten Gedanken gemacht haben; oder
  2. Die Person hat sich mit der Thematik nie befasst, weil sie sich nie damit befassen musste, z.B. weil sie dank privilegierter Stellung nie Opfer von struktureller DIskriminierung oder sexuellen Übergriffen wurde, und nimmt die Tatsache, dass mehr und mehr darüber geschrieben und geredet wird und dass mehr und mehr Events Codes of Conduct erarbeiten und veröffentlichen, nicht als Anlass, darüber nachzudenken.

Good riddance.